Leihmutterschaft: traditionelle oder gestationelle

01.07.2021
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Leihmutterschaft: traditionelle oder  gestationelle
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Jede Familie hat das Ziel Eltern zu werden. Leider klappt es nicht bei allen. Und manche Ehepaare würden niemals Glück und Elternschaft erleben können, wenn es nicht Frauen gäbe, die bereit sind, ein Kind für eine andere Familie zu gebären und auszutragen. Deshalb gibt es eine der assistierten reproduktiven Methoden der Unfruchtbarkeitsbehandlung, Leihmutterschaft.
Dabei handelt es sich um ein Programm, bei dem eine Frau freiwillig zustimmt, schwanger zu werden, um ein nicht leibliches Kind auszutragen und zur Welt zu bringen, das dann den biologischen Eltern übergeben wird. Das findet bei den medizinischen Indikationen und informierte Einwilligung zur Durchführung der medizinischen Behandlungen statt.

Es wird bei der medizinisch unmöglichen oder kontraindizierten Schwangerschaft und Geburt einer Frau, die ein Kind bekommen möchte, in Anspruch genommen. Zum Beispiel das Fehlen oder die abnorme Entwicklung der weiblichen Fortpflanzungsorgane, strukturelle und morphologische Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, extragenitale und genetische Pathologie, wenn das Risiko für das Leben der Mutter und ihres Kindes zu groß ist.

Eine körperlich und geistig gesunde Frau im Alter von 18 bis 35 Jahren kann Leihmutter werden. Es ist unbedingt erforderlich die auf natürlicher Weise geborenen eigenen Kinder zu haben. Wenn die potentielle Leihmutter verheiratet ist, braucht sie die schriftliche, notariell beglaubigte Erlaubnis ihres Mannes zur IVF.

Eine Frau als Leihmutter erhält verträglich eine monatliche finanzielle Entschädigung und eine Vergütung für die Teilnahme an dem Programm des Paares nach der Geburt des Kindes.

Zu den Vorteilen der Leihmutterschaft für diese Frauen gehören:

  • eine Möglichkeit, einem Paar mit Unfruchtbarkeit zu helfen;
  • vollständige Vertraulichkeit;
  • juristische Unterstützung;
  • kostenlose medizinische Ausstattung während des ganzen Programms;
  • pünktlichkeit der Zahlungen in einer bequemen Form;
  • psychosoziale Unterstützung;
  • rechtmäßigkeit aller Prozeduren.

Arten der Leihmutterschaft

Je nachdem, wie ein Verfahren der Befruchtung abläuft, gibt es 2 Arten der Leihmutterschaft, traditionelle oder gestationelle.

Traditionelle ist durch die Befruchtung mit dem Sperma des Mannes, die der Vater des Kindes ist und der eigenen Eizelle der den Fötus austragenden Leihmutter gekennzeichnet. Diese Methode kam aus dem Alten Rom zu uns, als Männer ihre Frauen an Ehepaare verkauften, die keine Kinder bekommen konnten. Die Befruchtung fand nur durch Geschlechtsverkehr mit einer „gemieteten“ Mutter statt, demzufolge das legale Kind des unfruchtbaren Paares zur Welt kam. Natürlich hat schon lange niemand mehr diese Methode verwendet. Es wird eine In-vitro-Fertilisation durchgeführt und der gesunde Embryo wird in die Gebärmutter der Leihmutter eingepflanzt.

Es wird nur noch sehr selten in Anspruch genommen. Dies liegt an der moralischen und ethischen Position vieler Länder und Religionen. Es gibt klare Beispiele dafür, dass eine Leihmutter auf das von ihr geborene Kind nicht verzichten will, weil sie es als ihr eigenes betrachtet. Da es ihre Eizelle war, das Kind zu 50% genetisch mit ihr verwandt ist, und nach den Gesetzen der meisten Länder kann sie die Elternschaft beanspruchen. Aus diesem Grund ist diese Art der Mutterschaft in den meisten Teilen der Welt verboten.

Gestationelle Leihmutterschaft. Dies ist die gefragte Methode und ist in den meisten Ländern, die gegen die Leihmutterschaft nachsichtig sind, erlaubt. Das Programm sieht die Verwendung von Sperma des genetischen Vaters und der Eizelle der Mutter vor (bei der Unmöglichkeit sie zu entnehmen, wird eine Spendereizelle verwendet). Danach wird eine In-vitro-Fertilisation durchgeführt und die gesündesten Embryonen werden in die Gebärmutter der Leihmutter eingepflanzt. Sie trägt das Kind aus, bringt es zur Welt und gibt es dann an die genetischen Eltern weiter. Damit entfällt die genetische Ähnlichkeit zur Leihmutter, und das Paar erhält sein eigenes Kind. Diese Methode wird als humaner und ethisch-moralischer angesehen.

Gestationalle Leihmutterschaft wird in Unterarten unterteilt:

  1. Programm mit eigenen Eizellen. Eine Variante von Leihmutterschaft, bei der das Programm die Geschlechtszellen eines verheirateten Paares verwendet. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Eierstöcke einer Frau normal funktionieren und gesunde Eizellen produzieren können. Dafür unterzieht sich die Frau einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke. Dann werden die herangereiften Eizellen unter Laborbedingungen mit dem Sperma des genetischen Vaters befruchtet. Die reifen Embryonen werden dann in die Gebärmutter der Leihmutter eingepflanzt.
  2. Programm mit Spendereizellen. Es wird eingesetzt, wenn die Wunschmutter Probleme mit ihrer eigenen Eizellenproduktion oder genetische Anomalien hat. Das Paar wird mit einer Eizellenspenderin zusammengebracht und die Spenderin unterzieht sich bereits einer Stimulation der Eierstöcke, um Eizellen zu erhalten. Nach der Befruchtung mit dem Sperma des genetischen Vaters werden die Embryonen in die Gebärmutter der Leihmutter eingepflanzt. Das Kind hat also zur Hälfte eine genetische Ähnlichkeit.
  3. Ein Ehepaar bringt seine Leihmutter. Diese Frau ist eine direkte Verwandte oder einfach eine Frau, die der Familie nahe steht. Der Vorteil dieser Methode ist, dass das Paar dieser Frau emotional nahe steht, ihre Gewohnheiten und Eigenschaften kennt und ihr deshalb mehr vertraut und die Leihmutter weniger nervös ist. Und es gibt auch Einsparungen bei der Auswahl einer Leihmutter und beim letzten Honorar.

In der Ukraine ist es gesetzlich erlaubt, an Leihmutterschaftsprogrammen teilzunehmen, aber nur an der gestationalle Leihmutterschaft. Das Paar kann seine eigenen Eizellen oder Spendereizellen verwenden.

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