Viktoria (45) und Paul (45)

( ein Junge )
Datum:
06.05.2019

Paul und ich haben 20 Jahren über versucht, Eltern zu werden. Ich habe das Asherman-Syndrom – eine Erkrankung, bei der die Verwachsungen in der Gebärmutter auftreten. Aus diesem Grund hatte ich zwei Fehlgeburten und eine Eileiterschwangerschaft. Eine IVF mit diesem Krankheitsbild ist sinnlos. Zum bestimmten Zeitpunkt wurde es klar, dass ich kein Kind selbst austragen kann.

Dann haben wir mit Paul versucht, ein Kind in Russland zu adoptieren. Wir sind Schecks durchgelaufen, eine ganze Menge von Dokumenten gesammelt und beweist, dass wir eine gute potenzielle Familie sind. Aber dann begannen einige Schwierigkeiten. Bei der Agentur, mit der wir zusammengearbeitet haben, sagte man, dass sich die Gesetze im Land ändern, und jetzt wurde es für Ausländer schwierig, ein Kind zu adoptieren. Wir sind also zum vierten Mal Eltern nicht geworden.

Aus diesem Grund war die Leihmutterschaft ohne Übertreibung unsere letzte Chance. Außerdem brauchten wir Spendereizellen. Ich war bereits 43 Jahre alt und meine waren für IVF nicht geeignet.

Gespräche mit der Agentur

Wir haben sofort beschlossen, uns der Ukraine zuzuwenden. Die entfernten Verwandten von Paul leben dort, daher sind wir mit dem Land von weitem her bekannt. Unser Rechtsanwalt hat bestätigt, dass in der Ukraine alles legal ist und es viele positive Erfahrungen der Leihmutterschaft gibt.

Wir haben sich ganz schnell für die Agentur VittoriaVita entschieden. Uns hat gefallen, dass es auf der Website viele Informationen gibt und die Preislisten öffentlich zugänglich sind. Wir ließen die Anmeldung und die Beraterin Natascha rief uns an. Wir sprachen mit ihr anderthalb Stunde und fragten nach allem. Ist die Klinik lizenziert? – Ja – Ist es möglich, eine PID durchzuführen und das Geschlecht des Kindes auszuwählen? – Ja – Geben Sie irgendwelche Garantien? – Ja, mittels des Programms „Garantie“ werden Sie unbedingt Eltern. – Darf eine Leihmutter das Kind bei sich behalten? – Nein, das ist gesetzwidrig.

>Natasha schickte uns einen kleinen Katalog mit drei Leihmüttern. Eine von ihnen hat uns besonders gut gefallen: Sie hat lockige rote Haare und Sommersprossen und sie hat auch auf dem Foto sehr schön gelächelt. Sie hatte zwei Kinder – auch lockig. Kurz und gut, hat sie uns erobert.

Natasha organisierte für uns ein Gespräch per Skype. Wir fragten diese Frau, warum sie Leihmutter werden wolle. Sie antwortete: „Ich möchte Ihnen helfen, Eltern zu werden, aber ich mache es zuallererst um meiner Kinder willen. Ich möchte uns eine geräumigere Wohnung kaufen. “ Es war schön, dass sie ehrlich antwortete.

Die nächste Frage, die wir und Natasha gelöst haben, betraf eine Eizellspenderin. Aus dem Katalog haben wir eine Frau ausgewählt, die mir nach Gesichtstyp, Körperform und Haarfarbe etwas ähnlich war.

Unser Junge

In anderthalb Monaten flogen wir in die Ukraine zum Termin bei der Klinik. Wir wurden am Flughafen abgeholt und alle zwei Tage dorthin hingebracht, wohin wir brauchten: zur Beratung mit dem Arzt, zur Spermaentnahme, zu Blutuntersuchungen, zum Rechtsanwalt … Nun ja machte uns der Fahrer das Leben leichter. Es ist gut, dass  man dies in der Agentur vorgesehen hat.

Wir unterzeichneten einen Vertrag  mit der Agentur, trafen unsere rothaarige Leihmutter und Paul spendete das Sperma.

In 2 Tagen flogen wir weg und in der Ukraine fing alles gerade an. Den Ärzten gelang es, 15 Embryonen zu kultivieren, aber der PID-Test ergab, dass nur drei gesund waren. Von diesen hat sich nur einer befestigt. Das war Junge.

Wie erlebten wir eine Schwangerschaft in Entfernung von 2000 km

Solange Sie auf Leihmutterschaft stoßen, verstehen Sie nicht ganz, wie seltsam und schön dies ist. Manchmal bin ich mitten in der Nacht aufgewacht und habe gedacht: Um Gottes willen, MEIN Kind wächst gerade in einem ANDEREN Land auf. Das ist doch echt Surrealismus!

Ich habe einen Stapel von  Lehrbüchern über Geburtshilfe und Gynäkologie studiert, um zu verstehen, wie sich das Kind entwickelt. Also, wachte ich mitten in der Nacht auf und dachte: Nun, jetzt sind es 12 Wochen, das Kind ist demgemäß auf 6 cm gewachsen und seine Nägel fangen an aufzutreten!

Und einmal im Skype-Gespräch sagte die Leihmutter, sie wolle immer Garnelen. Ich freute mich darüber und sagte meinem Mann, dass das Kind noch nicht geboren ist, aber schon ihm ähnlich ist. Wir leben in der Nähe des Meeres und mein Mann liebt Garnelen über alles.

In der 20. Woche schenkten wir der Leihmutter einen fetalen Doppler. Per Skype wandten wir uns an das Baby, und die Leihmutter hörte sein Herz ab. Es schien uns, dass wir auf solche Weise mit unserem Sohn kommunizieren.

Als das Kind 28 Wochen alt war, habe ich ein paar Märchen auf Diktatanlage aufgenommen. Die Leihmutter hat diese Aufnahme angestellt, damit sich der Sohn an meine Stimme gewöhnt hat. Und mein Mann hat ein paar Lieder mit Gitarre gesungen. Ich hoffe, das Kind war froh, den klassischen Rockballaden seines Vaters zuzuhören.

Ein weiteres modernes Wunder ist der 3D-Ultraschall. Im Allgemeinen erhielten wir oft die Ergebnisse von Untersuchungen der Leihmutter, aber 3D-Ultraschall ist etwas Atemberaubendes! Es schien so, als ob man durch den Bauch geschaut und ein Kind in Echtzeit gesehen hätte.

Als es an der Zeit war, zur Geburt zu fahren, dachten Paul und ich, dass wir das Kind bereits kannten und mit ihm Freunde wurden.

Geburt des Sohnes

Während der Wehen waren Paul und ich mit der Leihmutter zusammen. Wir wollten sie irgendwie unterstützen, eine Lendenmassage zu machen oder zumindest ihre Hand zu halten. Aber sie sagte, es sei eine Ablenkung und es würde ihr davon schlimmer. Deshalb gaben wir ihr nur Wasser und atmeten während der Wehen mit. Mein Ehemann bemühte sich auch, besonders wenn die Krankenschwester sagte: „Atme tiefer und entspanne die Gebärmutter“ 🙂

Nur ich durfte in den Kreißsaal. Die Ärzte sagten, Paul dürfe nicht: Erstens sind viele Menschen im Zimmer, und zweitens ertragen die Männer ein solches Bild schwer. Paul wurde sofort nach dem Erscheinen des Sohnes hineingelassen, aber es scheint mir, dass es ungerecht ist. Na ja, dies ist mein einziger Anspruch auf VittoriaVita. Die Väter müssen doch auch zur Geburt hineingelassen werden.

Ausfertigung der Dokumenten – 5 Wochen

Allermeist machten wir uns Sorgen um die Dokumente des Kindes. Im Entbindungsheim erhielten wir eine Geburtsurkunde, in die wir als Mutter und Vater eingeschrieben sind.

Aber es war genetisch gesehen ein Kind von Paul, also gingen er und die Leihmutter zur Botschaft, um ein Reisedokument für unseren Sohn zu bekommen. Paul brachte die Ergebnisse des DNA-Tests mit und die Leihmutter bestätigte, dass sie keine Verwandtschaft mit dem Kind hatte. Sie beantworteten auch eine Reihe formeller Fragen wie: „War alles freiwillig?“.

Im Ergebnis haben wir die Unterlagen nach 5 Wochen erhalten. Es scheint, dass es längere Zeit ist. Aber mein Mann und ich fuhren nur zweimal zum Notar und zweimal zur Botschaft. Der Fahrer fuhr uns hin und her, so dass es keine Schwierigkeiten gab. Oleg, der Rechtsanwalt von VittoriaVita, und Natasha, unsere Beraterin beschäftigen sich mit den restlichen Dokumenten.

Wir sind zu Hause und meine Einstellung zum „Spenderkind“

Um mich als Mutter in unserem Land eingeschrieben lassen zu werden, musste ich mir etwas bei verschiedenen Staatsbehörden Mühe machen. Paul legte noch einmal die Ergebnisse des DNA-Tests vor und ich wurde als Mutter eingetragen, da ich Pauls Frau bin.

Die Freunde fragten mich, ob ich ein Gefühl der Eifersucht habe, weil das Kind genetisch nicht von mir ist. Es gibt nichts Solches überhaupt. Dieses Kind ist ganz unser mit Paul, ich bin seine Mutter, ich liebe es und damit ist alles gesagt. In VittoriaVita hat man eine Familienfotosession für uns organisiert, als unser Sohn drei Wochen alt war. Es scheint mir sogar, dass wir auf diesen Fotos ähnliche Gesichtszüge haben.

Schlussfolgerungen: Vor – und Nachteile der Leihmutterschaft bei VittoriaVita

Wir haben die Teilnahme am Programm der Leihmutterschaft nie bereut. Wir hatten eine positive Erfahrung der Leihmutterschaft.

Bei VittoriaVita ist alles so organisiert, dass Sie sich in die Schwangerschaft hineingezogen fühlen. Sie schicken ständig Ergebnisse der Untersuchungen, Ultraschalle. Sie können immer mit der Leihmutter reden.

Während wir nach der Geburt in der Ukraine lebten, fühlten wir uns fast wie zu Hause. Wir probierten ukrainischen Borschtsch, Wareniki, Pampuschki, Eierpfannkuchen.

Natascha half wirklich bei der Anpassung: Sie erzählte uns, was man sich in Kiew ansehen sollte, wo es gute Restaurants gibt. Sie riet uns Souvenirs – wir kauften warme Socken aus Transkarpatien, Bernsteinperlen, Kräutertees. Ich denke, sie hat mehr getan, als sie unter dem Vertrag tun sollte.

Ich wurde gebeten, im Rückruf die schwächste und stärkste Seite von VittoriaVita anzugeben.

Ich habe schon einen Nachteil genannt: Väter, die bei der Geburt sein wollen, sollten da sein.

Zum Vorteil gehört das anständige Herangehen an alles. Sie erfüllen den Vertrag, verhalten sich menschlich, unterstützen und helfen. Vielen Dank Ihnen!

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