Lena (40) und Miguel (43)

( ein Mädchen )
Datum:
12.07.2019

Ich bin erst im Alter von 40 Jahren Mutter geworden. Vor ein paar Jahren habe ich erfahren, dass ich keine Kinder bekommen kann. Mit 26 heiratete ich Miguel. Dies ist meine zweite Ehe. Die erste Ehe ging schnell auseinander, und wir kamen gar nicht zur Frage der Kinder.

Einige Jahre lebten wir mit Miguel für sich selbst. Er baute eine Karriere auf, wurde zum Team Leader bei einem IT-Unternehmen. Ich beschäftigte mich mit Fotografie und wurde zur gefragten Spezialistin in meiner Stadt. Miguel und ich haben einen Kredit für das Haus abgezahlt, sind viel gereist und haben uns auf eigene Füße gestellt.

Am Tag meines 32. Geburtstages sagte Miguel, er wolle Kinder von mir. Ich habe mit einem „Ja“ geantwortet.

Die Kinder gehörten immer zu unseren Plänen, aber zu irgendwelchen abgelegenen. Wir haben das Haus im Hinblick auf das Spielzimmer sogar gebaut. Moralisch und finanziell waren wir bereit, aber ich habe nicht vermutet, dass so viele Probleme auftauchen werden, wenn wir uns entscheiden, schwanger zu werden.

Wir haben uns nicht besonders auf eine Schwangerschaft vorbereitet und sind nie zum Hausarzt gegangen. Einige Paare gehen an die Schwangerschaftsplanung sehr ernst heran. Frauen nehmen Vitamine, Folsäure, Männer halten sich an eine Diät und so weiter. Das haben wir nicht gemacht. Wir hatten sogar keinen Gedanken, dass eine Schwangerschaft nicht kommen könnte. Sechs Monate später wurde ich noch nicht schwanger, aber wir verfielen trotzdem nicht in Panik. Später erfuhr ich, dass ein halbes Jahr der Versuche für Paare über 30 Jahre lange Zeit ist.

Ein Jahr später gingen wir zum Arzt. Miguels Spermiogramm war regelrecht. Meine Befunde waren dagegen ausgesprochen schlimm: AMG, FSH, Estradiol (E2) – alles unter der Norm. Ultraschall zeigte, dass die Antralfollikel zu klein sind. Diagnose – niedrige ovarielle Reserve. Vielleicht kann ich nie gebären.

Es war ein Schock. Ich hatte das Gefühl, dass ich eine sonnige Straße entlang lief und plötzlich in den Abwasserschacht fiel. Es wurde dunkel, unverständlich, furchtbar. Ich konnte mich mit meinem Zustand nicht abfinden. Denn Schwangerschaft ist etwas so Grundlegendes, das allen Frauen eigen ist. Es war so, als ob ich eine Prüfung für eine echte Frau nicht bestanden hätte.

Ungefähr 1 Monat hatte  ich Gefühlsverödung.

Und dann habe ich mich mit Hilfe von Miguel gefasst und wir entschieden uns für IVF.

Wir haben vier IVF-Zyklen durchlaufen – und alle waren erfolglos. Es gab zu wenig Embryonen, gute Embryonen noch weniger. Zum ersten Mal brach die  Schwangerschaft in 8 Woche ab, und zu wiederholten Malen überlebten die Embryonen nicht.

Alle diese Verfahren dauerten noch drei Jahre.

Warum bin ich gegen Adoption?

Miguel schlug vor, ein Kind zu adoptieren, aber ich war dagegen. Ich bin kein Snob, aber ich wollte mein eigenes Kind von meinem Mann. Ich hatte Angst, dass ich für ein fremdes Kind keine wirklich gute Mutter sein könnte. Wir kamen somit auf  den Gedanken über Leihmutterschaft.

Ich habe alle Fotografieren storniert und mich eine Woche lang ins Internet gesetzt. Die Leihmutterschaft ist in unserem Land verboten. Unter den Ländern, in denen sie erlaubt ist, machte ich mich auf Kanada, Kasachstan und die Ukraine wegen des guten Rechtsrahmens aufmerksam. Ich habe Kanada wegen der Entfernung abgelehnt, Kasachstan schien zu exotisch. Die Ukraine hat mir gefallen, weil die Namen der biologischen Eltern in die Geburtsurkunde des Kindes eingetragen werden, und die Leihmutter entsprechend dem Gesetz keine Rechte auf das Kind hat.

Warum habe ich mich für die Ukraine und VittoriaVita entschieden

Ich habe die ukrainischen Agenturen nach den Preisen und nach den enthaltenen Leistungen verglichen. Bis zum Ende der Woche habe ich eine Liste von „Finalisten“ erstellt und meinem Mann davon erzählt. Miguel war zunächst schockiert von meiner Idee, unterstützte sie aber.

Wir haben drei Agenturen kontaktiert und uns schließlich für VittoriaVita entschieden.

Uns hat das Programm „Garantie“ gefallen, das garantierte, dass wir unter allen Umständen ein Kind bekommen. In diesem Programm sollte eine Spendereizelle im IVF-Zyklus verwendet werden. Wir durften aber eine Klausel darüber in den Vertrag einschließen, dass der erste Zyklus mit meinen Eizellen durchgeführt wird. Ist er erfolglos, verwenden wir die Spendereizellen.

Wir sind dreimal in die Ukraine geflogen. Beim ersten Besuch haben wir die Leihmutter kennengelernt und den Vertrag unterzeichnet. Wir wurden von einem Gynäkologen, einem Arzt für Reproduktion, einem Genetiker untersucht. Die Ärzte warnten, dass es so gut wie keine Chance gebe, einen gesunden Embryo aus meinen Eizellen zu bekommen. Mir wurden ein Stimulationsprotokoll, Vitamine und eine Diät verschrieben, und wir flogen nach Hause.

Nach anderthalb Monaten kehrten wir in die Ukraine zurück. Ich begann schon zu Hause Medikamente zur Stimulation der Eierstöcke einzunehmen, aber die letzten zwei Wochen der Stimulation musste ich in der Ukraine unter fachärztlicher Aufsicht verbringen, und dann wurden mir die Eizellen entnommen. Aus 7 Eizellen gelang es, nur zwei Embryonen zu kultivieren. Die PID zeigte, dass nur einer gesund ist. Es war ein Mädchen. Es wurde zu einer Leihmutter transferiert.

Wir sind wieder weggeflogen und warteten zu Hause auf die Ergebnisse des Transfers. Diese 10 Tage waren die längsten in meinem Leben. Miguel schlug nur für alle Fälle vor, eine Eizellenspenderin auszusuchen, aber ich glaubte an unser Kind.

Am 22. August erhielten wir einen Brief. Die Schwangerschaft ist eingetreten.

Den ganzen Tag habe ich vor Glück geweint, und Miguel auch. Die ganze Zeit rief ich meine Schwester und Mutter an und sagte: „Kannst du es glauben? Alles ist gelungen! “

Danach begannen die langen Schwangerschaftswochen unserer Leihmutter. Einmal pro Woche schickte uns unsere Beraterin Katia den Bericht über Gesundheitszustand der Leihmutter ab. Dort waren Ultraschallergebnisse mit ärztlichen Erklärungen, Blutuntersuchungen usw. Zuerst schrieb ich fast jeden Tag an Katia und fragte sie nach den Einzelheiten der Verfahren und Untersuchungen. Ich denke, dass ich ihr damals gründlich auf den Sack gegangen bin.

Mit der Leihmutter haben wir uns alle zwei Wochen per Skype in Verbindung gesetzt. Sie ist eine wundervolle Frau. Ganz geduldig erzählte sie über ihren Zustand, darüber, was sie isst, welche Lebensweise sie führt. Anfangs war sie immer schüchtern, errötet und stotterte die ganze Zeit, aber am Ende der Schwangerschaft konnten wir ungehemmt plaudern.

Das dritte Mal sind wir in die Ukraine geflogen, als noch eine Woche bis zur Geburt blieb.

Zu dieser Zeit trafen wir oft die Leihmutter und gingen mit ihr zu den Untersuchungen. Der herzbewegendste Moment geschah in der 38. Schwangerschaftswoche. Wir gingen zur CTG, um das Herz der Tochter abzuhören. Der Herzschlag war normal, rhythmisch. Aber als ich mit meiner Hand den Bauch der Leihmutter berührte, begann das Herz meiner Tochter plötzlich äußerst laut und oft zu klopfen, als wäre sie ausgesprochen froh, mich zu spüren.

Und eines frühen Morgens rief uns Katia an und sagte, dass die Leihmutter schon Wehen hatte. Wir rannten ins Krankenhaus. Während der Geburt war ich mit der Leihmutter im Kreißsaal, und Miguel hat das Baby nach der Geburt gesehen – auf der Station der Pädiatrie. Ich werde die Emotionen, die wir an jenem Tag erlebt haben, nicht beschreiben. Das kann man nicht in Worte fassen. Dieses Gefühl des umfassenden Glücks und der Ruhe.

Nach der Entlassung kehrten wir in die von der Agentur zur Verfügung gestellte Wohnung zurück. Es gab bereits ein Kinderbett und eine Badewanne für das Baby. Es wurde uns Babysitterin angeboten. Zuerst lehnten wir ab, weil wir dachten, dass wir es selbst schaffen konnten. Aber ein paar schlaflose Nächte später waren wir erschöpft. Man hat uns die Babysitterin Nina geschickt. Sie half nicht nur mit dem Kind, sondern kochte auch Essen. Übrigens, als wir nach Hause zurückkehrten, entschieden wir uns auch, eine Babysitterin einzustellen. Und bei den Vorstellungsgesprächen haben wir unbewusst nach einer Frau gesucht, die unserer wundervollen Nina ähnelt.

Nach der Geburt des Babys verbrachten wir anderthalb Monate in der Ukraine. Während dieser Zeit halfen Oleg, der Rechtsanwalt von VittoriaVita, und Katia, die Dokumente für die Ausfertigung des Reisedokuments für das Kind vorzubereiten, einen DNA-Test für die Vaterschaft durchzuführen und andere Angelegenheiten bezüglich der Dokumente zu regeln.

Als es Zeit war, nach Hause zu fliegen, fühlten wir Freude. Unsere Erfahrung mit VittoriaVita war perfekt, aber wir hatten zu viel Heimweh. Außerdem wollten wir unsere Tochter wie möglich schnell unserer Familie zeigen.

Ich würde den Service von VittoriaVita hoch bewerten. Jedes Mal, wenn wir ankamen, wurden wir am Flughafen abgeholt und in die Wohnung gebracht. Die Wohnung befand sich in der Nähe der Klinik, wo wir untersucht wurden, und in der Nähe des Entbindungsheimes. Das Haus war geräumig, sauber und komfortabel. Alle paar Tage wurde uns frisches Essen gebracht und auch Lunchkarten in einen Restaurant gegeben. Katia, unsere Dolmetscherin war immer erreichbar. Sie übersetzte Dokumente, empfahl uns Museen und Restaurants und unterstützte uns einfach.

Die Ärzte in der Klinik sind sehr nett. Fast jeder spricht Englisch.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich merke einige Nachteile an. Im Entbindungsheim sprachen nur wenige Leute Englisch. Das Leben in Kiew kann kaum als gemessen bezeichnet werden. Es gibt viel Verkehr, oft Staus. Wir versuchten morgens und gegen 18:00 Uhr nirgendwohin zu gehen. Zu dieser Zeit fahren alle zur Arbeit und zurück, sodass die Busse und U-Bahnen voll sind. Die Kassierer in Geschäften, insbesondere in kleinen Lebensmittelgeschäften, sprechen selten Englisch. Wir haben google translate verwendet, aber es ist natürlich nicht sehr praktisch.

Jetzt ist das Baby 5 Monate alt. Sie ist gesund und nimmt gut zu. Es scheint mir, dass sie Miguel sehr ähnlich ist, und Miguel sagt, dass Baby mir wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Wir freuen uns, dass wir uns entschieden haben, das Programm durchzumachen. Es war eine sehr schwierige, aber sehr glückliche Zeit.

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