Lena (40) und Miguel (43)

( ein Mädchen )
Datum:
25.05.2020

Ich bin erst im Alter von 40 Jahren Mutter geworden. Vor ein paar Jahren habe ich erfahren, dass ich keine Kinder bekommen kann. Mit 26 heiratete ich Miguel. Dies ist meine zweite Ehe. Die erste Ehe ist schnell auseinander gegangen, und wir sind gar nicht zur Frage der Kinder gekommen.

Einige Jahre haben wir mit Miguel für sich selbst gelebt. Er hat eine Karriere aufgebaut und wurde zum Team Leader bei einem IT-Unternehmen. Ich habe mich mit Fotografie beschäftigt und wurde zur gefragten Spezialistin in meiner Stadt. Miguel und ich haben einen Kredit für das Haus abgezahlt, sind viel gereist und haben uns auf eigene Füße gestellt.

Am Tag meines 32. Geburtstages hat Miguelgesagt, er wolle Kinder von mir. Ich habe mit einem „Ja“ geantwortet.

Die Kinder haben immer zu unseren Plänen gehört, aber zu irgendwelchen abgelegenen. Wir haben das Haus im Hinblick auf das Spielzimmer sogar gebaut. Moralisch und finanziell waren wir bereit, aber ich habe nicht vermutet, dass so viele Probleme auftauchen werden, wenn wir uns entscheiden, schwanger zu werden.

Wir haben uns nicht besonders auf eine Schwangerschaft vorbereitet und sind nie zum Hausarzt gegangen. Einige Paare gehen an die Schwangerschaftsplanung sehr ernst heran. Die Frauen nehmen Vitamine und Folsäure ein, die Männer halten sich an eine Diät und so weiter. Das haben wir nicht gemacht. Wir hatten sogar keinen Gedanken, dass eine Schwangerschaft nicht kommen könnte. Sechs Monate später wurde ich noch nicht schwanger, aber wir haben trotzdem nicht in Panik verfallen. Später habe ich erfahren, dass ein halbes Jahr der Versuche für Paare über 30 Jahre eine lange Zeit ist.

Ein Jahr später sind wir zum Arzt gegangen. Das Spermiogramm von Miguel war regelrecht. Meine Befunde waren dagegen ausgesprochen schlimm: AMH, FSH, Estradiol (E2) – alles unter der Norm. Der Ultraschall zeigte, dass die Antralfollikel zu klein sind. Die Diagnose – niedrige ovarielle Reserve. Wahrscheinlich  kann ich nie gebären.

Es war ein Schock. Ich hatte das Gefühl, dass ich eine sonnige Straße entlang gelaufen und plötzlich in den Abwasserschacht gefallen bin. Es wurde dunkel, unverständlich, furchtbar. Ich konnte mich mit meinem Zustand nicht abfinden, denn die Schwangerschaft ist etwas so Grundlegendes, das allen Frauen eigen ist. Es war so, als ob ich eine Prüfung für eine echte Frau nicht bestanden hätte.

Ungefähr 1 Monat hatte  ich eine Gefühlsverödung.

Und dann habe ich mich mit Hilfe von Miguel gefasst und wir  haben uns für IVF entschieden.

Wir haben vier IVF-Zyklen durchlaufen – und alle waren erfolglos. Es gab zu wenig Embryonen, gute Embryonen noch weniger. Zum ersten Mal hat die  Schwangerschaft in 8 Woche abgebrochen, und zu wiederholten Malen haben die Embryonen nicht überlebt.

Alle diese Verfahren haben noch drei Jahre gedauert.

Warum bin ich gegen Adoption?

Miguel hat mir vorgeschlagen, ein Kind zu adoptieren, aber ich war dagegen. Ich bin kein Snob, aber ich wollte mein eigenes Kind von meinem Mann. Ich hatte Angst, dass ich für ein fremdes Kind keine wirklich gute Mutter sein könnte. Wir sind somit auf  den Gedanken über Leihmutterschaft gekommen.

Ich habe alle Fotografieren storniert und mich eine Woche lang ins Internet gesetzt. Die Leihmutterschaft ist in unserem Land verboten. Unter den Ländern, in denen sie erlaubt ist, habe ich mich auf Kanada, Kasachstan und die Ukraine wegen des guten Rechtsrahmens aufmerksam gemacht. Ich habe Kanada wegen der Entfernung abgelehnt, Kasachstan schien zu exotisch. Die Ukraine hat mir gefallen, weil die Namen der biologischen Eltern in die Geburtsurkunde des Kindes eingetragen werden, und die Leihmutter entsprechend dem Gesetz keine Rechte auf das Kind hat.

Warum habe ich mich für die Ukraine und VittoriaVita entschieden

Ich habe die ukrainischen Agenturen nach den Preisen und nach den enthaltenen Leistungen verglichen. Bis zum Ende der Woche habe ich eine Liste von „Finalisten“ erstellt und meinem Mann davon erzählt. Miguel war zunächst von meiner Idee schockiert, hat sie aber unterstützt.

Wir haben drei Agenturen kontaktiert und uns schließlich für VittoriaVita entschieden.

Uns hat das Programm „Garantie“ gefallen, das garantierte, dass wir unter allen Umständen ein Kind bekommen. In diesem Programm sollte eine Spendereizelle im IVF-Zyklus verwendet werden. Wir durften aber eine Klausel darüber in den Vertrag einschließen, dass der erste Zyklus mit meinen Eizellen durchgeführt wird. Ist er erfolglos, verwenden wir die Spendereizellen.

Wir sind dreimal in die Ukraine geflogen. Beim ersten Besuch haben wir die Leihmutter kennengelernt und den Vertrag unterzeichnet. Wir wurden von einem Gynäkologen, einem Arzt für Reproduktion, einem Genetiker untersucht. Die Ärzte haben uns gewarnt, dass es so gut wie keine Chance gebe, einen gesunden Embryo aus meinen Eizellen zu bekommen. Mir wurden ein Stimulationsprotokoll, Vitamine und eine Diät verschrieben, und wir sind nach Hause geflogen.

Nach anderthalb Monaten sind wir in die Ukraine zurückgekehrt.  Ich habe schon zu Hause angefangen, die Medikamente zur Stimulation der Eierstöcke einzunehmen, aber die letzten zwei Wochen der Stimulation musste ich in der Ukraine unter fachärztlicher Aufsicht verbringen, und dann wurden mir die Eizellen entnommen. Aus 7 Eizellen gelang es, nur zwei Embryonen zu kultivieren. Die PID zeigte, dass nur einer gesund ist. Es war ein Mädchen. Esr wurde zu einer Leihmutter übertragen.

Wir sind wieder weggeflogen und haben zu Hause auf die Ergebnisse des Transfers gewartet. Diese 10 Tage waren die längsten in meinem Leben. Miguel hat nur für alle Fälle vorgeschlagen, eine Eizellenspenderin auszusuchen, aber ich habe an unser Kind geglaubt.

Am 22. August haben wir einen Brief erhalten. Die Schwangerschaft ist eingetreten.

Den ganzen Tag habe ich vor Glück geweint, und Miguel auch. Die ganze Zeit habe ich meine Schwester und Mutter angerufen und gesagt: „Kannst du es glauben? Alles ist gelungen! “

Danach haben die langen Schwangerschaftswochen unserer Leihmutter begonnen. Einmal pro Woche hat uns unsere Beraterin Katia den Bericht über Gesundheitszustand der Leihmutter abgeschickt. Dort waren Ultraschallergebnisse mit ärztlichen Erklärungen, Blutuntersuchungen usw. Zuerst schrieb ich fast jeden Tag an Katia und fragte sie nach den Einzelheiten der Verfahren und Untersuchungen. Ich denke, dass ich ihr damals gründlich auf den Sack gegangen bin.

Mit der Leihmutter haben wir uns alle zwei Wochen per Skype in Verbindung gesetzt. Sie ist eine wundervolle Frau. Ganz geduldig erzählte sie über ihren Zustand, darüber, was sie isst, welche Lebensweise sie führt. Anfangs war sie immer schüchtern, errötet und stotterte die ganze Zeit, aber am Ende der Schwangerschaft konnten wir ungehemmt plaudern.

Das dritte Mal sind wir in die Ukraine geflogen, als noch eine Woche bis zur Geburt blieb.

Zu dieser Zeit trafen wir oft die Leihmutter und gingen mit ihr zu den Untersuchungen. Der herzbewegendste Moment geschah in der 38. Schwangerschaftswoche. Wir gingen zur CTG, um das Herz der Tochter abzuhören. Der Herzschlag war normal, rhythmisch. Aber als ich mit meiner Hand den Bauch der Leihmutter berührte, begann das Herz meiner Tochter plötzlich äußerst laut und oft zu klopfen, als wäre sie ausgesprochen froh, mich zu spüren.

Und eines frühen Morgens rief uns Katia an und sagte, dass die Leihmutter schon Wehen hatte. Wir rannten ins Krankenhaus. Während der Geburt war ich mit der Leihmutter im Kreißsaal, und Miguel hat das Baby nach der Geburt gesehen – auf der Station der Pädiatrie. Ich werde die Emotionen, die wir an jenem Tag erlebt haben, nicht beschreiben. Das kann man nicht in Worte fassen. Dieses Gefühl des umfassenden Glücks und der Ruhe.

Nach der Entlassung kehrten wir in die von der Agentur zur Verfügung gestellte Wohnung zurück. Es gab bereits ein Kinderbett und eine Badewanne für das Baby. Es wurde uns Babysitterin angeboten. Zuerst lehnten wir ab, weil wir dachten, dass wir es selbst schaffen konnten. Aber ein paar schlaflose Nächte später waren wir erschöpft. Man hat uns die Babysitterin Nina geschickt. Sie half nicht nur mit dem Kind, sondern kochte auch Essen. Übrigens, als wir nach Hause zurückkehrten, entschieden wir uns auch, eine Babysitterin einzustellen. Und bei den Vorstellungsgesprächen haben wir unbewusst nach einer Frau gesucht, die unserer wundervollen Nina ähnelt.

Nach der Geburt des Babys verbrachten wir anderthalb Monate in der Ukraine. Während dieser Zeit haben uns Oleg, der Rechtsanwalt von VittoriaVita, und Katia geholfen, die Dokumente für die Ausfertigung des Reisedokuments für das Kind vorzubereiten, einen DNA-Test für die Vaterschaft durchzuführen und andere Angelegenheiten bezüglich der Dokumente zu regeln.

Als es Zeit war, nach Hause zu fliegen, haben wir Freude gefühlt. Unsere Erfahrung mit VittoriaVita war perfekt, aber wir hatten zu viel Heimweh. Außerdem wollten wir unsere Tochter möglichst schnell unserer Familie zeigen.

Ich würde den Service von VittoriaVita hoch bewerten. Jedes Mal, wenn wir angekommen sind, wurden wir am Flughafen abgeholt und in die Wohnung gebracht. Die Wohnung befand sich in der Nähe der Klinik, wo wir untersucht wurden, und in der Nähe des Entbindungsheimes. Das Haus war geräumig, sauber und komfortabel. Alle paar Tage wurde uns frisches Essen gebracht und auch Lunchkarten in einen Restaurant gegeben. Katia, unsere Dolmetscherin war immer erreichbar. Sie hat die Dokumente übersetzt, uns Museen und Restaurants empfohlen und uns einfach unterstützt.

Die Ärzte in der Klinik sind sehr nett. Fast jeder spricht Englisch.

Was hat mir nicht gefallen?

Ich merke einige Nachteile an. Im Entbindungsheim haben nur wenige Leute Englisch gesproche. Das Leben in Kiew kann kaum als gemessen bezeichnet werden. Es gibt viel Verkehr, oft Staus. Wir versuchten morgens und gegen 18:00 Uhr nirgendwohin zu gehen. Zu dieser Zeit fahren alle zur Arbeit und zurück, sodass die Busse und U-Bahnen voll sind. Die Kassierer in Geschäften, insbesondere in kleinen Lebensmittelgeschäften, sprechen selten Englisch. Wir haben google translate verwendet, aber es ist natürlich nicht sehr praktisch.

Jetzt ist das Baby 5 Monate alt. Sie ist gesund und nimmt gut zu. Es scheint mir, dass sie Miguel sehr ähnlich ist, und Miguel sagt, dass Baby mir wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Wir freuen uns, dass wir uns entschieden haben, das Programm durchzumachen. Es war eine sehr schwierige, aber sehr glückliche Zeit.